„Lingen braucht kein Museum für Bernd Rosemeyer!“

Bernd Rosemeyer ist in unseren Augen keine erinnerungswürdige Person, die vor allem jungen Menschen als Vorbild zur Bewahrung von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenwürde nahe gelegt werden sollte.

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  1. Die Stadt Lingen benötigt ein Museum zur Ehrung der Personen, die von den Nazis strafversetzt oder von ihren Ämtern enthoben wurden, die gedemütigt und gequält wurden und die sich nicht davon abbringen ließen, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzten, um Juden vor der Verfolgung der SS zu bewahren.
  2. Die Stadt Lingen benötigt ein Museum, um das Verhalten all derjenigen zu würdigen, die Widerstand geleistet haben, die im Stillen geholfen und Gefährdung auf sich genommen haben, die zu ihren humanen Wertvorstellungen und christlichen Wurzeln auch gegen die herrschende Politik standen.
  3. Die Stadt Lingen braucht kein Museum für einen Rennfahrer, der es ohne politischen Zwang vorzog, sich einem Verbrechersystem anzudienen, um durch seine sportlichen Erfolge zu glänzen, der mindestens schon 1933 der damals nachweislich gefürchteten SS beitrat, obwohl er auch im weniger berüchtigten NSKK als Rennfahrer Mitglied hätte sein können, der sich als Vertreter und Aushängeschild des Nazi-Regimes hat instrumentalisieren lassen und allemal nach seinem Tod als Held verehrt wurde, und mit dessen Namen im Museumstitel die Gefahr einhergeht, Anziehungspunkt für Neonazis zu werden, die das von den Nazis gezeichnete Bild eines Heroen teilen.

Besonders erinnerungswürdig sind in unseren Augen z.B. Selma Hanauer, eine Sparkassenangestellte, die schon 1933 ihre berufliche Existenz verlor, weil sie jüdischen Glaubens war, oder Altbürgermeister Robert Koop sen., der verbotener Weise des Nachts Brot aus einer Backstube zu Hanauers brachte und dafür von der HJ übel zugerichtet wurde – nicht nur einmal, wie Bernhard Neuhaus erzählte, oder Heinrich Schniers, u.a. Kaplan in St. Bonifatius, der von den Nazis gedemütigt und gequält wurde und 1942 im KZ Dachau starb.

Das Forum Juden – Christen setzt sich für eine lebendige, vielfältige und besonders für Jugendliche prägende Erinnerungskultur ein und benötigt dafür auch viel Unterstützung aus der Stadt Lingen, aber kein Rosemeyer Museum!

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