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Das Gebäude an der Grulandstraße in Freren ist das einzige noch erhaltene jüdische Bethaus im Emsland. Fast 100 Jahre lang hatten sich dort jüdische Männer und Frauen aus der Synagogengemeinde Freren-Lengerich zum Gebet getroffen. Bis zum 10. November 1938: Am Morgen dieses Tages stürmten SA-Leute das Haus, warfen das Mobiliar und Kultgegenstände auf die Straße und verbrannten sie. Die Bewohner, das Ehepaar Manne und Familie, wurden nach Riga deportiert. Der dreijährige Samuel Manne und seine Großmutter wurden in Auschwitz ermordet. Ehepaar Manne zog nach dem Krieg nach Schweden.

Bis zum Jahr 2002 ist das jetzt unter Denkmalschutz stehende Gebäude als Wohnhaus genutzt worden. Auf Initiative des Forums Juden-Christen im Altkreis Lingen hat die jüdische Gemeinde in Osnabrück das Haus gekauft, das Forum sorgte für die Finanzen und trieb die Sanierung voran. Insgesamt kostet das Projekt 480 000 Euro, bei der Realisierung halfen unter anderem der Landkreis Emsland, die Stadt Freren, mehrere Stiftungen, Kirchengemeinden und viele Spender mit. Noch fehlen allerdings 200 000 Euro.

Bei der Sanierung wurde im oberen Stockwerk wieder ein Betraum mit einem Thora-Schrein eingerichtet. Die jüdische Gemeinde Osnabrück will dort zu Gottesdiensten einladen. Außerdem sind in dem „Lernort jüdisches Bethaus” Ausstellungen, Gesprächskreise, Literatur- und Musikabende sowie Forschungen geplant. Das Forum möchte jüdisches Leben „anfassbar” machen. (pd)

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