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Hoffmann: Demnächst Vereinsgründung – Martin Bormann liest am 6. März

Lingen (pe)
Der Arbeitskreis Judentum-Christentum will sich verstärkt darum bemühen, in seiner Arbeit Jugendliche im Altkreis Lingen anzusprechen. Dies erklärten Vorsitzender Reinhold Hoffmann (Lingen) und seine beiden Stellvertreter Lothar Kuhrts (Freren) und Stephan Manemann (Lengerich) in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Im Vorstand des Arbeitskreises hatte es vor einigen Wochen Veränderungen gegeben, da der bisherige Vorsitzende, Pastor Wolfgang Becker, sein Amt zur Verfügung stellte. Ein Ziel seines Nachfolgers Reinhold Hoffmann ist es, dem Arbeitskreis eine neue Organisationsform zu geben. Durch die anvisierte Vereinsgründung wollen die Mitglieder noch stärker auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Außerdem verspricht sich der Arbeitskreis davon eine Verbreitung seiner finanziellen Basis.

Wie Hoffmann, Kuhrts und Manemann weiter erläuterten, wolle der Arbeitskreis vor dem Hintergrund der jüngsten Zerstörungen auf den jüdischen Friedhöfen in Lingen und Freren sowie am Gedenkstein in Lengerich die Jugendarbeit intensivieren. In dieser Altersgruppe gelte es anzusetzen, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholten.

“In Brandenburg wird jeden Tag eine rechtsradikale Tat begannen”, sagte Lothar Kuhrts. Auch in dieser Region gebe es besorgniserregende Tendenzen, denen man mehr Aufmerksamkeit widmen solle. ,,Viele Leute haben aber einfach Angst, etwas zu sagen”, betonte Kuhrts, Leiter der jüdischen Geschichtswerkstatt ,,Samuel Manne” in der Alten Molkerei in Freren.

In diesem Zusammenhang wies Reinhold Hoffmann darauf hin, dass in den Kommunen Vorfälle mitunter ,,gedeckelt” würden, damit kein schlechtes Licht auf ihnen falle. Was den Schutz von jüdischen Objekten anbelangt, so will der Arbeitskreis auch seine eigenen Bemühungen zu deren Schutz verstärken.

Der Arbeitskreis Judentum-Christentum hat im Übrigen ein thematisch sehr ansprechendes Veranstaltungsprogramm für dieses Jahr zusammengestellt. Die nächste Veranstaltung findet am Dienstag, 6. März, um 20 Uhr in der Geschichtswerkstatt in Freren statt. Dort liest Martin Bormann aus seinem Buch ,,Leben gegen den Schatten.” Bormann, Jahrgang 1930, war ältestes von zehn Kindern des Sekretärs Adolf Hitlers, Martin Bormann. Hitler war sein Taufpate. Als Kind lebte er mit seiner Umgebung in der Umgebung des ,,Führers” auf dem Obersalzberg. Seit 1987 ist er Mitglied der Gruppe ,,Täterkinder-Opferkinder”.

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