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Vorbildliche „Akkord – Arbeiter“

Von Horst Seipelt

In dem fast ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe fand ein hinreißendes Benefizkonzert zu Gunsten des Forum Juden – Christen Altkreis Lingen e.V. statt, hinreißend durch die Gruppe 6- Zylinder und ihr umwerfendes Programm „Zwing – Zwang“.
Im Vorprogramm sang der Gospelchor Uelsen.

In seiner Begrüßung wertete der Vorsitzende des Forums, Reinhold Hoffmann, den sehr guten Besuch der Veranstaltung als Interesse an der Arbeit dieses Gremiums.

Er dankte dem Kulturamt der Stadt Lingen für die Unterstützung bei der Vorbereitung dieses Benefizkonzertes.

Der Gospelchor Uelsen hinterließ mit seinen 56 Sängerinnen und Sängern einen guten Eindruck. Der Chor singt auswendig, swingt schön, ist immer auf dem „Beat“ und singt auch harmonisch anspruchsvolle Arrangements sauber. Überraschend auch die Leistungsfähigkeit der Gesangssolisten.

So sprach dann Oberbürgermeister Heiner Pott auch vom „Niedergrafschafter Temperamentsausbruch“ bevor er seinen Dank an die Wegbereiter des neuen Forum Juden – Christen aussprach, an den bereits 1983 gegründeten Arbeitskreis Judentum – Christentum. In diesem Jahr ist aus diesem Arbeitskreis der eingetragene Verein „Forum Juden – Christen „ geworden, der mit neun Mitgliedern im Vorstand mit erweiterter Intensität über Lingen hinaus wirksam ist.

Mit der Imitation einer mittelalterlichen Fanfare aus Krummhörnern, Pommern und Dulcian kündigte sich dann die Gruppe 6- Zylinder an. Sie versprach „ Lieder über die schönen Dinge im Leben, von denen Männer so träumen – zum Beispiel freie Parkplätze“. Das umwerfende Programm eröffnete „Das Schweinchen“: fabelhafte Stimmzuordnung, virtuoser Umgang mit Klangschallierungen und Modulationen, dazu treffende Gestik  und Mimik, kurz: ein Genuss.

Das Sextett imitiert auch wunderbar Rhythmusgruppen, und in seinem sechsstimmigen erweist es sich als vorbildliche „Akkordarbeiter“. In dem Titel„Guck mal“ besingen die sechs sich wohl selbst: „Wir haben den Erfolg gepachtet“, heißt es da, und ihr Tourneeplan ist voll bis zum Dezember 2002, im Schnitt acht Auftritte pro Monat.

Beachtlich sind auch die Vielseitigkeit der 6- Zylinder und ihr selbstverständlicher Zugang zum Publikum, mit dem sie nach Lust und Laune spielen. Ihre Parodie auf die Geißel „die Esskultur, auf Pommes mit Rot – Weiß“, überboten sie noch mit der zünftigen Bauernpolka „Kleines Edelweiß“, um darauf in bester Swingmanier den „Zementmixer“ mit jazzigem Scatgesang und grotesker Tanzeinlage hinzuzaubern.

Aber auch die zarten Balladen liegen ihnen („You are my only one“). Und dann platzten sie unerbittlich mit „Almenrausch und Edelweiß“ in die kuschelige Stimmung.

Ein hervorragendes Benefizkonzert für eine gute Sache.

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