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Jüdische Kinder im Holocaust: Ausstellung in Freren

Im Lernort Jüdisches Bethaus in Freren wurde die Ausstellung über den Alltag jüdischer Kinder im Holocaust eröffnet. Links im Bild Mordechay Levy, rechts der Vorsitzende des Forums, Reinhold Hoffmann. Foto: Pertz

Freren (pe)
Die Bilder sind schwer zu ertragen. Die Leiden der Kinder schreien aus ihnen heraus, obwohl es im Raum still ist, totenstill. Die Ausstellung „Alltag der jüdischen Kinder im Holocaust“, die der stellvertretende israelische Botschafter Mordechay Levy am Mittwoch im Lernort Jüdisches Bethaus in Freren eröffnete, geht unter die Haut.

Für sechs bis acht Wochen hat die israelische Botschaft dem Forum Juden-Christen die insgesamt 30 Tafeln zur Verfügung gestellt. Insbesondere Schulklassen sind eingeladen, die Ausstellung im Haus in der Grulandstraße zu besichtigen.

lt-18-06-04_2In einer Ansprache dankte der Vorsitzende des Forums, Reinhold Hoffmann, dem Gast aus Berlin für dessen Kommen. Hoffmann begrüßte ebenfalls Bernhard Grünberg, jüdischer Ehrenbürger der Stadt Lingen, der in dieser Woche zu Besuch im Emsland ist. Seine Eltern und seine Schwester kamen im Holocaust um.

Ebenso wie 1,5 Millionen Kinder, eine unvorstellbare Zahl, so unermesslich wie die grauenhaften Umstände ihrer Qualen im Nationalsozialismus und ihres Todes in den Gaskammern der Vernichtungslager. Der Tod dieser 1,5 Millionen Kinder sei die tragischste Dimension des Holocausts, sagte Mordechay Levy. Es sei eine „dämonische Planung“ der Nationalsozialisten gewesen, sich zuerst an der zukünftigen Generation der jüdischen Bürger vergriffen zu haben, um dieses Volk vollständig auszulöschen.

Levy dankte deshalb dem Forum Juden-Christen für dessen Bemühungen. „Hier fungiert das Forum als Anstoßgeber zum Erinnern, und manchmal auch als Anstoßerreger“, würdigte der Israeli den Einsatz der Mitglieder.

Eckard Ströder vom Vorstand des Forums leitete dann mit einfühlsamen Worten in die Ausstellung über die Leiden jüdischer Kinder im Holocaust über. Diese werde in ihren 30 Tafeln zu einem Drama gerafft, was in Wirklichkeit ein endloser Prozess sich steigernder Qualen gewesen sei. „Die Berichte der wenigen Überlebenden werden zu einer Art Mahnmal für die Nachgeborenen.“

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