Während der Pandemie waren viele Veranstaltungen nicht möglich. Jetzt fuhren Mitglieder des Heimatvereins Lingen und des Forums gemeinsam nach Sögel. Damit wurde der Zusammenarbeit der beiden Vereine ein weiterer Baustein hinzugefügt.

Sögel hatte, wie viele Orte des Emslandes, eine lebendige jüdische Gemeinde, die von den Naziterroristen ausgelöscht wurde. Die Synagoge und jüdisches Eigentum wurden im Novemberpogrom 1938 verwüstet und zerstört, die jüdischen Bürger Opfer der Schoa.

Die letzten Beisetzungen auf dem jüdischen Friedhof in Sögel: Gitta und Louis Grünberg

Akribisch hatte Georg Wichmann, Vorstandsmitglied in beiden Vereinen, die Exkursion vorbereitet und kompetente ReferentInnen geworben.

Elke Ahrens vom Gymnasium in Werlte führte sachkundig und engagiert über den jüdischen Friedhof in Sögel. Ahrens, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Birgit Schmitt ein Projekt „Juden im Emsland“ an ihrer Schule leitet, stellte die Grabmale, deren Geschichte und Symbolik vor.

Vor dem Jüdischen Friedhof in Sögel: Interessante Informationen von Elke Ahrens

 Hermann Wichmann von der Geschichtswerkstatt Forum Sögel berichtet über die beeindruckende Erinnerungsarbeit in Sögel. So wurde im Mai zum 100. Geburtstag von Louis Grünberg – dem einzigen Überlebenden der Schoa in Sögel – eine Gedenkfeier ausgerichtet. Hermann Wichmann führte die Gruppe zum Gedenkstein für die in der Pogromnacht zerstörte Synagoge, die nahe des ehemaligen Wohnhauses der Familie Grünberg stand.

Lauschen gespannt: Dr. Walter Höltermann (Stv. Forums-Vorsitzender, li) und Johannes Wiemker, Urgestein und Begründer des Arbeitsbereiches “Judentum begreifen” im Forum. Fotos: fwp

Nach einer Kaffeepause mit gegenseitigem Kennenlernen und interessanten Gesprächen besichtigte die Gruppe die nahezu fertiggestellte hölzerne rumänisch-orthodoxe Kirche. Über Bau, religiöse und liturgische Aspekte informierte ein Gemeindemitglied.

Foto: J. Rickling (Heimatverein Lingen)