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„Er war dem Mann restlos verfallen …“ – Jakob Werlin und die Verflechtungen von Wirtschaft und Nationalsozialismus

14. Oktober 2026-19:30 - 21:30

Lehrhausabend mit Horst J. Rieth

Welche Verantwortung tragen Unternehmer und Führungspersönlichkeiten in Zeiten einer Diktatur? Und wie eng waren Wirtschaft, Automobilindustrie und Nationalsozialismus miteinander verflochten?

Diesen Fragen widmet sich Horst J. Rieth in seinem Buch „Er war dem Mann restlos verfallen …“. Im Mittelpunkt steht die Biografie von Jakob Werlin, der als Direktor bei Daimler-Benz, SS-Mitglied und enger Vertrauter Adolf Hitlers eine bedeutende Rolle an der Schnittstelle zwischen Automobilindustrie und NS-Regime spielte.

Werlin steht beispielhaft für die engen Verbindungen zwischen wirtschaftlichen Interessen, persönlicher Nähe zu den nationalsozialistischen Machthabern und politischer Verantwortung. Seine Biografie weist zugleich Widersprüche auf: Während er das nationalsozialistische Regime unterstützte und von seiner Nähe zu Hitler profitierte, leistete er einzelnen Menschen auch Hilfe.

Im Rahmen des Lehrhausabends stellt Horst J. Rieth sein Buch vor und gibt Einblicke in seine Recherchen. Dabei richtet sich der Blick über die Person Jakob Werlins hinaus auch auf die Bedeutung der Automobilindustrie und des Motorsports während der Zeit des Nationalsozialismus. Technischer Fortschritt, spektakuläre Geschwindigkeitsrekorde und Erfolge auf den Rennstrecken wurden vom NS-Regime öffentlichkeitswirksam inszeniert und für das Bild eines modernen und leistungsfähigen Deutschlands genutzt.

Damit eröffnet der Abend zugleich die Möglichkeit, darüber zu diskutieren, wie wirtschaftlicher Erfolg, technische Begeisterung und sportliche Leistungen im historischen Rückblick einzuordnen sind, wenn sie eng mit einer Diktatur verbunden waren.

Auch Lingen (Ems) besitzt mit dem Rennfahrer Bernd Rosemeyer einen lokalen Bezug zu dieser Geschichte. Seine bis heute kontrovers diskutierte Erinnerung kann dabei einen zusätzlichen Anknüpfungspunkt bieten, um den Motorsport der 1930er-Jahre und seine Verbindungen zum nationalsozialistischen Regime differenziert zu betrachten.

Der Lehrhausabend lädt dazu ein, über die Rolle der Wirtschaft im Nationalsozialismus, individuelle Verantwortung und den kritischen Umgang mit historischen Biografien ins Gespräch zu kommen.

Datum: Mittwoch, 14. Oktober 2026
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Emslandmuseum – Vortragssaal, Burgstraße 28B, 49808 Lingen (Ems)

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Details

  • Datum: 14. Oktober 2026
  • Zeit:
    19:30 - 21:30

Veranstaltungsort

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