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Brücke der Versöhnung

Von Werner Scholz

Lingen (eb) – Nun ist es so weit: Sieben Monate nach dem Entschluss, Ins Internet zu gehen, ist jetzt das Forum Juden – Christen Altkreis Lingen unter der Adresse www.judentum-christentum.de offiziell online zu erreichen.

Unter den Gästen der offiziellen Einweihungsfeier am Montag in der Halle IV begrüßte der Vorsitzende des Forums, Reinhold Hoffmann, unter anderem Vertreter der Stadt Lingen sowie Rabbiner Marc Stern aus Osnabrück. “1989 wurde in Laxten der Arbeitskreis Judentum – Christentum gegründet”, erinnerte Hoffmann. In all den Jahren hat sich der Arbeitskreis um die Aufarbeitung der Geschichte jüdischen Lebens in der Region verdient gemacht. Diese Arbeit gilt es fortzusetzen und zu intensivieren.

Am 18. April 2001 wurde das Forum Juden – Christen gegründet. Damit war auch die Idee geboren, die Möglichkeiten des Internets zu nutzen. ,,Wir sind überzeugt, dass unsere Internet-Seite dazu beitragen wird, die Vergangenheit weiter aufzuarbeiten. Bisher konnten wir schon während des Probelaufs 1000 Besucher der Seite zählen”, freute sich, Hoffmann.

Zu den Besuchern der Homepage zählt auch Bernhard Süßkind, der aus Fürstenau stammt und heute in New York lebt. “Es ist für mich immer eine große Freude, von Ihnen zu hören. Ihre Website im Internet ist wunderbar. Ich sehe sie täglich und bin somit über alle Neuigkeiten informiert”, hatte er spontan ins Gästebuch geschrieben.

Nachdem der Web-Experte Wilhelm Kastein im Handumdrehen noch das Grußwort des Lingener Oberbürgermeisters Heiner Pott installiert hatte, gratulierte Rabbiner Stern zu der Seite im Netz. Am letzten Schabbat haben wir in der Gemeinde den Traum Jakobs aus der Genesis gelesen. Dort geht es um eine Leiter zwischen Himmel und Erde. Sie ist eine Brücke elammittwoch28-11-01zwischen der Weit der Menschen und der Welt des Göttlichen. Auch die Homepage ist eine Brücke. Sie ist eine Brücke zwischen Deutschen und Ausländern, zwischen den Kindern der Täter und den Kindern der Opfer, eine Brücke der Versöhnung, die zu einer Welt des Verständnisses führt”, so der Rabbiner.

,,Das Forum hat sich das Ziel gesetzt, ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen”, betonte Hoffmann, als er die einzelnen Elemente der Seite vorstellte. Zunächst sind. dort zwei Bilder zu sehen, die Gedenkstätte jüdische Schule in Lingen und die Geschichtswerkstatt Samuel Manne in Freren. Auf Unterseiten folgen die Satzung, Beitrittsformulare und ein Pressespiegel mit aktuellen Hinweisen, Artikeln und einem Archiv. Auch eine Verbindung zur Seite der jüdischen Gemeinde Osnabrück fehlt nicht.

Die Veranstaltungsseite weist gerade auf die “6-Zylinder” hin. Die beliebte A-cappella-Formation wird am kommenden Samstag, 1. Dezember, ab 19.30 Uhr im Theater an der Wilhelmshöhe ein Benefizkonzert zu Gunsten des Forums geben.

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