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Bethaus für mich eine Entdeckung

Von Werner Scholz

Freren (eb) – Um sich über die Arbeit des Forum Juden – Christen zu informieren ist jetzt der Bremer Senatspräsident Henning Scherf nach Freren gekommen. Der Präsident war besonders an den Plänen des Forums zum Bethaus in Freren interessiert.

Nach einem dem Empfang der Stadt Freren im Rathaus stand der Besuch des Bethauses in der Grulandstraße auf dem Programm, bevor es zur Geschichtswerkstatt Samuel Manne weiter ging.
“Das Bethaus soll zu einem Zentrum des Dialogs zwischen den Religionen werden, und zwar nicht nur zwischen Juden und Christen”, erklärte der Erste Vorstandsvorsitzende des Forums, Reinhold Hoffmann dem Gast aus Bremen. Das Projekt “Bethaus” steht unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel und des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel.

Die Sanierung des Gebäudes soll nächstes Jahr beginnen. “Wir hoffen, dass wir das Haus dann im Oktober der Öffentlichkeit vorstellen können”, so Hoffmann weiter. Kreisarchivar Heiner Schüpp , der in Vertretung des Landrats gekommen war, sagte, dass sich auch der Landkreis Emsland bereits in der Vergangenheit bei anderen derartigen Projekten engagiert habe. Der Landkreis unterstütze daher auch als Mitglied des Forums besonders dieses Bethausprojekt in Freren.el_am_sonntag-20-10-02_1

Beim anschließenden Besuch der Geschichtswerkstatt stellte Hoffmann das Forum vor und erinnerte an die wichtigen Aktivitäten von Lothar Kuhrts, der die Geschichte der Frerener Juden aufgearbeitet und dokumentiert hat. “Ohne diese verdienstvolle Arbeit gäbe es die Geschichtswerkstatt Samuel Manne nicht”, hob Hoffmann hervor.

Hinsichtlich der Ziele und Planungen des Forums erläuterte Hoffmann, dass eine Zusammenarbeit mit den Universitäten Oldenburg, Münster und Osnabrück und der Fachhochschule in Lingen angestrebt werde. Erste Kontakte in Richtung einer Zusammenarbeit gäbe es ebenfalls mit den Dokumentations- und Informationszentren in Esterwegen und dem ehemaligen Lager Kamp Westerbork in Holland.el_am_sonntag-20-10-02_3_2

Ein gemeinsames Anliegen des Bremer Senatspräsidenten und des Forums Juden – Christen ist die in der Satzung des Forums genannte “Suche nach Wegen der Versöhnung und des friedvollen Miteinanders aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion”. Hierfür sei Bremen ein gutes Beispiel. “Das friedliche Zusammenleben der stark angewachsenen Jüdischen Gemeinde Bremens und den dortigen Palästinensern zeigt, dass Menschen unterschiedlicher Religionen trotz des Konfliktes im Nahen Osten friedlich und gedeihlich miteinander leben können”, lobte Hoffmann.el_am_sonntag-20-10-02_2

Lobende Worte gab es aber auch von Scherf: “Ich möchte Sie motivieren und ermutigen. Es ist ganz ungewöhnli  ch, dass es so etwas wie die Geschichtswerkstatt hier gibt. Auch das Bethaus ist für mich eine Entdeckung. Es ist gut und wichtig, dass auch in überschaubaren Städten wie Freren eine solche Kulturarbeit möglich ist.”

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