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Aus Anlass des Holocaust Gedenktages fand am 26. Januar 2009 im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen ein Liederabend mit Esther Lorenz statt. Zu Beginn gab der Vorsitzende des Forum Juden Christen Dr. Walter Klöppel eine Erklärung zur Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft ab, darunter Richard Williamson, der als Holocaust-Leugner bekannt geworden ist.
Der Text der Erklärung lautet:

Ich habe Herrn Dr. Reininger gebeten, mir nach der Begrüßung das Wort zu geben, weil ich es nicht ertragen mag, eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust mit zu tragen, ohne einen Vorgang der letzten Tage zu bedenken.
Papst Benedikt XVI hat am letzten Samstag vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft, die sein Vorgänger aus der Kirche ausgeschlossen hatte, wieder in die Kirche aufgenommen. Die Pius-Bruderschaft, 1970 von Kardinal Lefebvre gegründet, wandte und wendet sich gegen zentrale Aussagen des II. Vatikanischen Konzils, so in der Liturgiereform, in Fragen der Ökumene und solchen des Verhältnisses zu den nichtchristlichen Religionen. Für jeden Katholiken, der sich den Gedanken des Konzils verpflichtet fühlt, ist dieser Vorgang eine Herausforderung oder gar eine Provokation. Aber es kommt noch etwas hinzu: Einer der begnadigten Bischöfe, Richard Williamson, soll seit langem und noch vor kurzem den Holocaust geleugnet haben. Gaskammern in Auschwitz habe es nicht gegeben. Ich habe das nicht glauben wollen, aber er hat es wohl so gesagt. Der Sprecher des Vatikans Lombardi distanziert sich von den Äußerungen Williamsons, sagt aber, das eine, die Rehabilitation, habe mit dem Anderen, der Leugnung des Holocaust, nichts zu tun. Mir fehlen dafür die Worte der Empörung, ich kann nur sagen: Ich schäme mich für meine Kirche. Ich hoffe, dass die weltweite Kritik in Rom zum Nachdenken führt. Der Vorgang zeigt aber auch, wie wichtig es ist, den Holocaust Gedenktag zu begehen und gegen das Vergessen und die Verharmlosung einzutreten.  Und so bin ich froh mit Ihnen hier zu sein und nun die Lieder von Esther Lorenz zu hören. In dem Sinne wünsche ich uns einen guten Abend.

Walter Klöppel
Forum Juden-Christen

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