Wenn an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wird, dann sind die Gedanken zuerst bei der systematisch und industriell betriebene Ermordung jüdischer Menschen und von Sinti und Roma. Diese Opfer des Nazi-Rassenwahns stehen zu recht im Mittelpunkt der Erinnerung.

Mit der Veranstaltung zu „weiteren Opfern des Nationalsozialismus“ soll zudem an konservative Bürger, Katholiken, Kommunisten, Homosexuelle und Menschen mit Behinderung erinnert werden. Wer sich nicht der Gleichschaltung fügte, wer nicht in das Menschenbild der Nazis passte oder wer in den Augen der Machthaber einfach nur „unwertes Leben“ war, wurde beruflich vernichtet, ins KZ verschleppt, für den Rest seines Lebens gesundheitlich geschädigt oder ermordet. Zu den Opfern gehörten auch die aus dem Ausland, besonders aus Osteuropa nach hier verschleppten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Manfred Rockel und Dr. Walter Höltermann werden in einem Vortrag solche nichtjüdischen Opfer vorstellen. Dabei liegt der Schwerpunkt ihrer Darstellungen auf dem Geschehen in Lingen. Rockel: „Was damals geschah, war nicht weit entfernt, sondern ereignete sich hier, vor der Haustür.“

Zu dem traditionellen „Lehrhausgespräch“ lädt das Forum Juden-Christen erstmals nach langer Corona-bedingten Unterbrechung wieder ein. Die Veranstaltung findet statt am 14. Juli 2021, 20:00 Uhr, im Christophorus-Werk Lingen, Dr.-Lindgen-Straße 5-7 (direkt neben dem Parkplatz).
Der Veranstaltungsort wurde gewählt, weil Menschen mit Behinderung die ersten Opfer der Nazi-Massenmörder waren.

(Der Eintritt ist frei)